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Jason Statham „Parker“ in Berlin

Jason Statham ist Parker, AAPimages

 

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ALIVEmagazin trifft Jason Statham beim Roundtable- Interview im Hotel Regent Berlin zu einem Gespräch über den bald anlaufenden Film „Parker“ (Kinostart: 7. Februar 2013), seine „Schauspielstunden“ bei Sylvester Stallone, die Zusammenarbeit mit „Sweetheart“ Jennifer Lopez und gutes Essen.

Kühler Brite trifft heiße Latina? Jason Statham und Jennifer Lopez sind weitaus mehr als das. Adäquater wäre: intelligentes und gewitztes Multitalent trifft auf sein weibliches Äquivalent. Am 30. Januar 2013 kam der gebürtige Engländer Statham nach Berlin, um den neuen Film „Parker“ zu präsentieren. Für acht Filme stand er in den letzten drei Jahren als Hauptdarsteller vor der Kamera und bekommt noch lange nicht genug. Ob er auch mal etwas ganz anderes, eine tragische Rolle spielen würde, zum Beispiel etwas von Shakespeare? Nachdem Statham dies in Berlin zum fünften Mal gefragt wurde, reagierte seine Agentin wohl sehr ärgerlich, was unter mindestens einem Aspekt nachvollziehbar ist: Statham verlieh in „Gnomeo und Julia“ (Animationsfilm, 2011) einer Figur seine Stimme. Also so weit entfernt von Shakespeare ist der Schauspieler nicht. Doch eines ist sicher: Mit Mitte 40 hat er noch viel Zeit, um in andere Genres einzutauchen, wenn er das so richtig möchte.

Er ist eben doch ein echter Brite, bei dem die englischen Wörter in einer perfektionierten Deutlichkeit aus dem Mund flattern. Wir treffen uns, zusammen mit anderen Journalisten, im Berliner Hotel Regent nahe des Gendarmenmarktes. Weintrauben essend, zwischendurch ein leichtes Grinsen auf den Lippen und ab und zu auch ein herzhaftes Lachen: Da gibt es kaum eine andere Möglichkeit, als den, trotz des prasselnden Regens, gut gelaunten Schauspieler Jason Statham („The Transporter“) sympathisch zu finden.

Großartiger Film! Welche Szene in „Parker“ war die gefährlichste?

J.S.: Ich habe viele Filme gemacht, die weitaus gefährlicher waren. Es ist kein typischer Film für mich. Parker ist ein Typ, der verletzlich ist, der einstecken muss, gerade so überlebt. Normalerweise spiele ich denjenigen, der nur leistungsfähig, effizient ist. Dieses Mal war es nicht so.

Aber neben Jackie Chan können Sie sich auch sehen lassen. (Anm. d. Red.: J.S. lacht und sagt „Jackie is the real deal.“). Sie machen so vieles selbst. Haben Sie eine tägliche Routine oder wie halten Sie sich fit?

J.S.: Es ist nicht einfach, eine tägliche Routine einzuhalten. Wir reisen sehr viel. Nach den Premieren von „Parker“ fliege ich erst einmal nach Los Angeles, wo ich fünf Wochen verbringe. Dort werde ich mehr Routine und Struktur haben.

Wie sieht diese Routine dann aus?

J.S.: Ich esse gerne gut. In L.A. werde ich trainieren, am liebsten früh am Morgen. Das Training lege ich gern an den Anfang des Tages.

Was für ein Training betreiben Sie?

J.S.: Es ist eine Mischung aus Vielem. Zunächst einmal warm machen, dann Gewichte heben, Kampf-Training, Dehnen – man muss lernen, flexibel zu sein. Und dann mache ich Dinge einfach für mich allein. Ich mag es, surfen zu gehen.

Was bedeutet für Sie gutes Essen?

J.S.: Gutes Essen? Ich weiß, was nicht gut für mich ist, also weiß ich auch, was gut für mich ist. Ich komme aus dem Wettkampf-Sport, also weiß ich, was gutes Essen ist: „Clean Food“ (Anm. d. Red.: Clean Food=möglichst unverarbeitetes Essen), viel Wasser, Proteine, Nüsse, Fisch…kein Brot, kein Zucker, keine Pasta, kein Wein (Anm. d. Red.: Jason beißt in eine Weintraube) -Bullshit- , aber kein Bier.

Wie bitte? Sie mögen kein Bier?

J.S.: Ja, es geht um ein grundlegendes Verständnis. Jeder weiß, was gut für einen ist. Aber es geht darum, wie gut man darin sein kann, die Dinge auch so zu leben.

Auch keine Zigarren?

J.S.: Auch keine Zigarren. (Anm. d. Red.: J.S. lacht und schüttelt den Kopf)

Wieder zum Film…

Schwarzeneggers letzter Film war ein Flop. Denken Sie, dass es schwierig ist, heutzutage ein Action-Star zu sein im Vergleich zu vor 10-20 Jahren?

J.S.: Ob es schwierig ist, ein Action-Star zu sein? Es ist schwierig, Leute dazu zu bringen, ins Kino zu gehen. Man weiß nie, was sie sehen wollen. Ich sehe Filme im Kino, die sind unerträglich, spielen dennoch viel Geld ein. Dann gibt es aber auch fantastische Filme, die ebenso viel Geld einbringen. Man hat also keinen wirklichen Einblick in das, was Leute sehen wollen. Leute mögen Schrott, Leute mögen Gutes. Also gibt es kein Maß dafür, wann jemand einen Film sehen will.

Ist es nicht ein bisschen ungerecht, dass Sie immer als „Action-Star“ bezeichnet werden? Schließlich haben Sie mehrfach bewiesen, ein wirklicher Schauspieler zu sein, zum Beispiel an der Seite von Robert De Niro. Als was sehen Sie sich an erster Stelle: als Schauspieler oder „Action-Star“?

J.S.: Ich sehe mich nicht wirklich als irgendeinen dieser Charaktere. Es gibt wunderbare Schauspieler, die zur Schauspielschule gingen und alles gelernt haben, Techniken usw. Aber das bin nicht ich. Ich kam über Guy Ritchie direkt ins Filmgeschäft (es ist wirklich ein Geschäft!) und ich musste ihm nie etwas vorspielen. Ich habe eine Rolle gespielt, die auf mich maßgeschneidert wurde.

Haben Sie denn mittlerweile Schauspielstunden genommen?

J.S.: Ich denke, diese Stunden habe ich, wenn ich mit Leuten zusammenarbeite. Das sind die besten Schauspielstunden, die man bekommen kann. Von Sylvester Stallone habe ich eine Menge gelernt. Er ist ein guter Schreiber und ein sehr kluger Mann. Robert De Niro, Clive Owen…man lernt einfach viel, wenn man mit diesen Leuten zusammen ist. Ich lerne jeden Tag etwas. Gerade arbeite ich mit Steven Knight zusammen. Es wird einen Film namens „Hummingbird“ geben (Anm. d. Red.: Regiedebüt von Knight). Dieser Film verlangt viel mehr Emotionen von mir. Ich tauche viel tiefer ein. Vor fünf Jahren hätte ich diesen Film noch nicht machen können, jedenfalls nicht so wie ich ihn heute machen kann.

Sie waren mal Athlet, wie vereinbaren Sie das mit der Schauspielerei?

J.S.: Wettkampf-Sport und Schauspielerei sind zwei völlig verschiedene Dinge. Doch was ich vom Sport mit in die Schauspielerei genommen habe ist der Fokus. Die Fähigkeit, Dinge zu trainieren, um etwas zu erreichen. Unbezahlbar sind meine sportlichen Fähigkeiten am Set von Action- Filmen. Wenn es um das Springen von Autos geht und das Landen, ohne sich zu verletzen. Wenn es um Stunts geht, sich möglichst wenig zu verletzen. Das Athleten-Leben war nicht einfach, immer fokussiert. Ich hatte das Glück, als ich Schmuck auf der Straße verkaufte, Guy Ritchie kennenzulernen. Ich hab auch die schattigen Seiten des Lebens gesehen. Das hat mir alles etwas gebracht. (Anm. d. Red.: orig.„different horses for different courses“).

Jennifer Lopez ist bekannt dafür eine Diva zu sein, mit der eine Zusammenarbeit mühsam ist. Wie empfanden Sie das?

J.S.: Ich bilde mir kein Urteil über jemanden, den ich nicht kenne. Ich bevorzuge es, Leute erst zu treffen und bilde mir dann meine Meinung. Gerüchte und der Ruf einer Person sind meistens von Leuten gemacht, die diejenigen nicht einmal kennen. Einige können wahr sein, andere nicht. Ich weiß es eben nicht. Also halte ich mit fern von diesem „Bullshit“. Wenn ich jemanden treffe, dessen Hand schüttele, dann kann ich innerhalb von 10 Minuten fühlen wie jemand ist. Intuition. Das ist unbezahlbar. Es gibt kaum etwas besseres im Leben als das.

Jennifer Lopez ist ein „Sweetheart“. Sie hat sich ihre Karriere aufgebaut, singt, tanzt, hatte Höhen und Tiefen, Trennungen, Hochzeiten. Unter all diesen Dingen ist sie aber echt, sehr sehr echt. Das ist es, was ich an ihr so mochte. Sie kann immer Witze machen- das ist das Beste.

Sie sind nicht täglich auf dem Medien-Radar. Haben Sie das selbst gewählt? Sind Sie lieber Privatperson?

J.S.: Ich bin gerne privat. Es muss nicht jeder wissen, was ich mache. Ansonsten tue ich, was ich liebe, ich mache Action-Filme. Von diesem Berühmtheiten-Gehabe möchte ich nichts wissen und halte mich lieber davon fern. Für andere Leute ist es vielleicht großartig, aber für mich ist das nichts.

Waren Sie jemals in eine Bar-Schlägerei verwickelt?

J.S.: Seit langer Zeit nicht.

Waren oder sind Sie ein „Bad Boy“?

J.S.: Was ist denn ein „Bad Boy“? Ich weiß nicht einmal so richtig, was damit gemeint ist. Ich bin eine normale Person, das ist es, was ich bis jetzt gewesen bin. Kinder prügeln sich in der Schule…das ist normal.

Also keine Bar-Schlägerei?

J.S.: Denkst du, das würde ich dir erzählen, selbst wenn es so wäre? Damit du etwas darüber schreibst? (Anm. d. Red.: Er lacht ausgelassen.)

Letzte Frage: Wie haben Sie Kind herausgefunden, dass Sie sportlich sind?

J.S.: Ich wurde in den Swimming Pool geschmissen, lief auf den Händen, probierte alles aus. Ich kann mich auch noch gut erinnern…als ich elf Jahre alt war, machte ich mit meiner Familie in Miami Urlaub und jeden Tag um die Mittagszeit war da ein Typ, der von einer 25m-Leiter gesprungen ist. Das wollte ich auch. Das Leben ist eine Chance. Wenn man Nervenkitzel mag und Dinge dieser Art, sollte man es genießen. Man sollte das tun, was man genießt. Das ist wichtig. Sehr wichtig.

Inhalt des Films

Der Inhalt von „Parker“ zusammengefasst: „Parker (Jason Statham) ist ein professioneller Dieb und, wenn nötig auch, auch ein Killer. Hurley (Nick Nolte), Vater seiner Freundin, verschafft ihm einen neuen „Job“ mitsamt neuen Partnern. Doch nach dem Überfall wird Parker von diesen vermeintlichen Partnern nicht nur um seinen Anteil erleichtert, sondern auch fast getötet. Parker, ein Mann mit Prinzipien, schwört Rache. Er folgt seinen Killern, die einen millionenschweren Coup planen, nach Palm Beach. Im Mekka der Reichen gibt sich Parker als vermögender Texaner aus, der eine Villa kaufen will. Dabei hilft ihm die verschuldete Immobilienmaklerin Leslie Rodgers (Jennifer Lopez), die seinem Schwindel schnell auf die Spur kommt und ganz eigene Interessen an Parker hat.“

„…alle, die Jason Stathams Filme lieben, wissen jetzt, dass der Mann noch Großes vor sich hat.“ (Hackford)

Regisseur Taylor Hackford („Ray“) meint, dass Jason Statham mit seiner Rolle in „Parker“ ein großes Stück voran gekommen sei. Zwar war er vorher schon ein Star, aber nun konnte er zeigen, was wirklich in ihm steckt. Hackford blickt in Richtung Zukunft: „…alle, die Jason Stathams Filme lieben, wissen jetzt, dass der Mann noch Großes vor sich hat.“ Lange warten muss man auf den nächsten Jason Statham – Film nicht: Demnächst wird er in dem Thriller „Hummingbirds“ zu sehen sein, das Regiedebüt des Drehbuchautors Steven Knight („Tödliche Versprechen“).

Der Film „Parker“ ist ab 7. Februar 2013 im Constantin Film-Verleih.
Text © Stephanie Schlanert, Foto © AAPimages

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